Zeltlager Dänemark 2018

05. August 2018

Nørre Lyngvig Camping , Ringkøbing Fjord, 27. Juli bis 5. August

Anlässlich des 50. Jubiläums der Jugendfeuerwehr Greene haben wir wieder ein eigenständiges Auslandszeltlager geplant. Nach einem Jahr Vorbereitung war’s nun endlich soweit. Am frühen Mittwoch Morgen des 25. Juli startete das Vorkommando mit dem LKW der FTZ Bad Gandersheim und einem Privakt-PKW Richtung Norden. Mit 7 Leuten wurde noch am selben Tag der Großteil der Zelte aufgebaut. Kräftezehrend war der permanente Wind mit vielen kräftigen Böen. Da waren ein paar Kilo (Über-) Gewicht dann doch mal ganz hilfreich, wenn es darum ging, aus den Zeltplanen keine Drachen werden zu lassen. Tags drauf wurde das vierte Zelt noch aufgestellt und die Einrichtung des Küchenzeltes erledigt. Es folgte noch die Erkundung der Einkaufsmöglichkeiten in Hvide Sande und natürlich die verdiente Softeis-Verköstigung. Freitag um 14:00 Uhr trafen dann die JF-Kids nach gut achtstündiger Fahrt ein – die Truppe mit 26 Teilnehmern war komplett vertreten und gut gelaunt. Nach dem Bezug der Zelte und der ersten Erkundung des Campingplatzes haben wir den Grill angeworfen und auf die längste Mondfinsterniss des 21. Jahrhunderts gewartet. Einige zog es zur besseren Beobachtung auf die Dünen. Der Samstag diente der weiteren Akklimatisierung bei 32°C und strahlend blauem Himmel. Wie schon die Tage zuvor war Schatten ein sehr begehrter Ort! Der Vorschlag, einen Keller zu graben, wurde jedoch verworfen.

Am Samstag wurde nach Eintreffen der Gewitterwarnung von der erfahrenen Lagerleitung kurzerhand der „Notstand“ ausgerufen. Alle fassten mit an, um die Zeltverspannungen zu kontrollieren und nachzubessern, die Reisetaschen auf die Feldbetten zu packen und schließlich die Fußböden hochzubinden. Es ging aber alles glimpflich ab und es konnte bald „Übungsende“ verkündet werden. Nach Durchzug der Gewitterfront folgten ein paar Stunden mit Dauerregen und es kühlte angenehm ab. Am Sonntag fühtlen wir uns bei 23°C und leichtem Wind wesentlich besser. Einen kurzer Ausflug zwischen Frühstück und Mittag ins nahe gelegende Hvide Sande zum Bummeln und Eisessen sorgte für Abwechselung. Das erste der beiden Zeltlager-Geburtstagskinder ließen wir hochleben. Mit 38 Lenzen zählte er zum Orga-Team und kümmerte sich um den Einkauf – er kannte also die Quellen einheimischer Kuchenspezialitäten.

MENSCH-ärgere-dich-nicht!  mit lebendigen Spielfiguren? Kein Progblem. Eine Plane wurde zum „Brett“ zurechtgeschnitten und zusammengeklebt und mit Spraydosen das Spielfeld aufgesprüht. Kurz gewartet und das Spiel konnte beginnen. Ein riesen Spaß! Insbesondere wenn es an’s „Rausschmeißen“ ging.

Montag fuhren wir gut eine Stunde gen Süden und besuchten die TIRPITZ-Ausstellung in Blåvand ( https://www.visitwestdenmark.de/de/tirpitz-gdk609864 )

In einem neu errichteten Musseum neben einem Geschützbunker erfährt man per Audioguide Wissenswertes über den Atlantikwall der Deutschen Wehrmacht im 2. Weltkrieg und der damit verbundenen Schicksale an der Westküste Dänemarks. Eine beeindruckende Anlage.

Was läuft am Montagabend? Na klar: Wer wird Millionär?   Das Spiel- und Spaß-Team hatte an alles gedacht, um uns auf gelungene Art zu unterhalten. Es gab sogar Werbepausen – und die mauserten sich sogar zum Highlight des Ratespiels. Auch das Wasserglas fehlte nicht. Nach fünf Kandidaten stand der Sieger des Abends fest. Statt vieler Euros gab’s dann für die Teilnehmer etwas Süßes aus unserem Kiosk.

Das zweite Geburtstagskind wurde am Dienstag 40 Jahre jung. Wie schon am Sonntag backten die drei Mädels aus der Spiel- & Spaß-Abteilung einen super leckeren Topfkuchen, der mit Kerzen, Krönchen, Geschenk und herzlichen Glückwünschen überreicht wurde.

Während der ganzen Zeit verwöhnte uns das Küchenteam mit Köstlichkeiten aus der Feldküche. Auf dem Speiseplan standen z. B. Schnitzel mit Kartoffeln, Gemüse und Champignonrahmsauce, die „Schlewecker Reispfanne“, einem vegetarischen Gericht mit frischer Paprika, Zwiebeln, Mais und Lauch. Weitere Highlights waren die selbst zubereiteten Bremsklötze mit Kartoffelpüree und Gemüse oder die Gyrospfanne mit Tzatziki  (ebenfalls frisch hergestellt) und Krautsalat.

Die kleineren Mahlzeiten waren dem Sommerwetter angepaßt: Melone, Salate und verschiedene kühle Joghurts oder mal ein Hot-Dog auf die Faust. Beim Frühstsück stand natürlich die Schokocreme hoch im Kurs. Einige konnten sich aber auch für die einheimische Rullepølse erwärmen. Ab und an gab’s ein gekochtes Ei oder Rührei mit Speck dazu. Außer zu den Hauptmahlzeiten, an denen es Limonade gab, hielten wir den Durst mit kaltem Früchtetee und Mineralwasser in Grenzen.

Die zweite Ausfahrt führte uns am Mittwoch nach Ringkøbing zum Adventure Park  (http://www.adventure-park.dk/de) um eine Runde Mini-Golf zu spielen. Die Kunstrasenbahnen sind einem Golfplatz nachempfunden, also mit eleganten Hügeln und Sandbunkern, Wasser und Felsen. Auch die Fahne im Loch gab es. Weitere Spiele auf der Anlage waren Fußball- bzw. Handballgolf, Poolbillard mit Fußbällen, Boule, Shuffleboard und noch einge Indoorspiele. Als wir dann nach knapp 3 Stunden genug von Bällen hatten, fuhren wir in die Stadtmitte. In der Fußgängerzone konnten wir ein Stündchen bummeln und zum Abschluss gab es noch ein Softeis für alle aus der JF-Kasse.

Donnerstag, Tag 7 unserer Zeitrechnung. Das Wikingerschach-Turnier ging nach der Vorrunde ins Viertelfinale. Die Wikinger, die in der Vorrunde eins auf den Helm bekommen hatten, spielten untereinander weiter um die Goldene Ananas. Was die Sieger erwarten würde, war bis zur Siegerehrung nicht bekannt.

Am Nachmittag nahmen wir den Leuchtturm Lyngvig Fyr, der Nacht für Nacht gemütlich und zuverlässig seinen Lichtkegel über den Platz schweifen läßt, in Angriff.

(https://www.hvidesande.dk/de/lyngvig-leuchtturm-gdk602927). Nach einem kurzen Spaziergang über den Campingplatz und in die Dünen hinein erreichten wir den Parkplatz. Es war, sagen wir, sportlich, Stufe für Stufe bis zur Ausstigesluke aufzusteigen. Inbesondere die steile Außentreppe mit 79 Stufen, die vom Parkplatz zum Sockel führt, erinnerte uns an die Endlosleiter aus der Atemschutzstrecke. Dann noch die etwa 130 Stufen der Wendeltreppe mit offenem Treppenauge bis zur Techniketage und weitere 19 bis zur Luke auf den Umgang. Gegenverkehr inklusive. Eine herrliche Aussicht bot sich uns über den Campingplatz im Süden, Søndervig und Ringkøbing im Norden, im Osten der Fjord und im Westen die Nordsee. Oben Azurblau mit ein paar flockigen Wolken. Und wie sich das gelohnt hat!

Von dort aus gingen wir über die Dünen weiter an den Strand zum Baden. Wir vermuteten inzwischen, dass die Flut unbestritten etwas mit Masse und Schwerkraft zu tun haben müsse, es jedoch nicht mit dem Mond zusammenhinge.

Das Abendprogramm bot wieder eine adaptierte Spielshow. Da der Name Winkler mit sechs Teilnehmerinnen und Teilnehmern am häufigsten vertreten war, hieß es heute Abdend: Schlag die Winklers!  Die Verwandten traten gegen die Kids in 12 Disziplinen an, wobei wir alle die Spiele nicht kannten. Nur aus dem Namen der Spiele konnte man mit Fantasie ableiten, worum es gehen würde. Sodann mussten die Kontrahenten bestimmt werden und das Spiel wurde erklärt. Es wurden alle Katergorien abgerufen: Ausdauer beim Seilspringen, Kunst und Handfertigkeit an der Knete, Geschicklichkeit und Präzision beim Wasserpong, Augenmaß in Sachen  Luftballonumfang, Fantasie beim Begrifferaten und vieles mehr. Als zweiter Sieger gingen die Kids nach gut einer Stunde unter viel Applaus aus der Arena.

Den Freitag vebrachten wir in Esbjerg, der 7. größten Stadt Dänemarks (72.000 Einwohner) mit großer Fischereitradition und moderner Offshore-Industrie. Der Weg führte uns ins Fischerei- und Seefahrtmuseeum (https://www.visitesbjerg.de/de/fischerei-und-seefahrtmuseum-esbjerg-gdk610306). Zwei Stunden gingen wie im Fluge vorbei, denn die Einrichtung hat allerhand zu bieten. Ein paar Dinge mußte man sich erlesen, aber da waren ja auch noch der Schmied und der Seilflechter bei der Arbeit, die Robben, die Aquarien und eindrucksvolle Animationen auf großen Videoleinwänden von einer Offshoreanlage bei Sonnenuntergang, Sturmnacht und Hubschrauberanflug.
Wie sollte es anders ein: im Anschluss folgte der Stadtbummel in kleinen Gruppen mit… na klar: Eisessen!

Den letzten Tag verbrachten wir noch mal entspannt am Strand und das Wikingerschachturnier wurde mit den Finalrunden beendet.

Für den Abbau am 10. Tag stand uns, wie schon beim Aufbau, eine „frische Brise“ bevor. Windstärke 5 ist mit den Zeltplanen wie Segeln oder Kitesurfen. Der Wind legte sich erfreulicher Weise in den frühen Morgenstunden. Aber da waren ja immer noch diese grauen Wolken…

Schwein gehabt! Ein kräftiges Regenschauer zog am Sonntagmorgen nördlich an uns vorbei, der Campingplatz blieb verschont. Nach dem Frühstück packten alle beim Abbau der Zelte mit an und bereits um 11:30 war alles verstaut. Gegen 12:00 traten wir die Rückfahrt an. Mit den vielen anderen Urlaubern und Wacken-Fansschoben wir uns Kilometer für Kilometer durch die Baustellen. Um 20:10 Uhr traf der erste PKW in Greene ein. Die beiden Busse folgten in kurzen Abständen und die Eltern konnten ihre gut gelaunten Kinder begrüßen. Der LKW und der PKW mit dem Kühlanhänger kamen etwa 90 Minuten später an. Somit sind alle gesund und unfallfrei aus dem wunderbaren Zeltlager an der dänischen Nordseeküste zurück.


Auf den nächsten Besuch in Hvide Sande wollen wir nicht 24 Jahre warten. Auch 10 Jahre bis zum nächsten Jubiläum erscheinen uns zuviel. Mal sehen, was geht.